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Jetzt Kunst Pflanzen. Interaktions-Impulse zu Inventing Nature der Kunsthalle Karlsruhe

Die Kunsthalle Karlsruhe hat vor ihrer umbaubedingten Schließung noch einmal mit einer großartigen Ausstellung auf sich aufmerksam gemacht: Inventing Nature. Das Thema war eines, das gerade jetzt besonders relevant ist. Und so bot die Schau viele Denkanstöße für den Umgang mit der Natur. In Zeiten, da der Klimawandel immer heftigere Auswirkungen auf unser Leben hat, war es spannend zu sehen, wie Pflanzen in der Kunst über 500 Jahre hinweg dargestellt wurden, bzw. wie sich zeitgenössische Künstler:innen mit der Natur auseinandersetzen. Schon immer hat der Mensch staunend vor der Macht und Schönheit der Natur gestanden. Aber wie hat er sich zu ihr verhalten, was sind unsere Bilder, unsere Vorstellungen von „grüner“ Natur? Eine Frage, die eigentlich auch wie gemacht schien, sie in Netz und an die Community heranzutragen. Wir haben uns sehr gefreut, dass die Kunsthalle Karlsruhe uns erneut die Aufgabe übertragen hat, eine Handreichung für Interaktionen in den sozialen Netzwerken zu entwickeln.

Was dann in insgesamt vier Challenges entstanden ist, die wir ausgerufen haben, hat uns schier überwältigt. Wir wollen euch hier unsere Highlights der Aktion #JetztKunstPflanzen zeigen. Alle Beiträge könnt ihr unter dem Hashtag vor allem auf Twitter und Instagram nachverfolgen.

Liebe für die Mauerblümchen

Unkraut gibt es nicht. Es ist eine Frage der Perspektive: Gerade die Unscheinbaren entfalten oft eine Schönheit, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Ob der Löwenzahn, der sich aus dem Asphalt herauskämpft, oder ein zartes Kraut, das umgeben von Disteln in einer Brache wächst. Es gibt viele Überraschungen dort, wo man sie zunächst nicht erwartet. Welches Kleinod findet Ihr? Begebt Euch auf die Pirsch und zeigt uns Verborgenes und Übersehenes!

Wir haben sie bei euch entzündet und es kam eine ganze Welle von Mauerblümchen, die ins Rampenlicht geholt wurden.

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Mein Herbarium

Legt ein Herbarium an und sammelt mindestens zehn verschiedene Pflanzen darin. Ein Herbarium besteht aus getrockneten und gepressten Pflanzen und Pflanzenteilen, die jeweils einen Beleg für ihre Art und Erscheinungsform darstellen. Wichtig: Die Fundstücke sollten von einem Aufsammlungsereignis stammen (also in gleicher Umgebung, zu gleicher Zeit) und folgende Angaben zu den Fundumständen enthalten: Datum, Fundort, Sammler*in. Variante: Dokumentiert einen Ort, der Euch am Herzen liegt, und haltet seine botanische Besonderheit für andere fest!

Eine der etwas aufwändigeren Handlungsanleitungen, die wir für #JetztKunstPflanzen ersonnen haben. Die Idee, einen Ort über eine Pflanzensammlung zu dokumentieren, öffnet die Augen. Zumindest bei uns Herbergsmüttern wurde zudem der Wunsch nach einer zeitgemäßen Botanisiertrommel geweckt! Wenn Produkt-Designer anwesend sind: wir hätten da ein paar Anregungen!!

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Das geheime Leben der Pflanzen

Welcher Geist wohnt in einem Baum? Manche Blumen haben Gesichter? Schreibt eine Rollenbiografie zu einer Pflanze, die euch besonders lebendig vorkommt. Erfindet ihre Eigenschaften, beschreibt, mit welcher Stimme sie spricht, wem sie gleicht und was sie bei Tag und Nacht unternehmen würde.

Was für fantastische Einreichungen haben wir bei dieser Challenge erhalten. Und wir durften unglaubliche Pflanzenwesen kennenlernen.

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#greentakesover

Pflanzen sind stark. Sie bahnen sich ihren Weg durch Mauerwerk und Asphalt und da wo der Mensch sich zurückzieht, übernehmen sie das Areal – in Industriebrachen, verlassenen Gebäuden, auf der Straße. Dokumentiert die freundliche Übernahme.

Eine sehr instagrammable Challenge! Und das Netzwerk wurde dann geflutet von Beobachtungen, die uns extrem überrascht haben.

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Utes Fazit

Die Beschäftigung mit #InventingNature hat auf jeden Fall mal wieder meinen Blick geöffnet und geweitet: Für die kleinen Dinge am Wegesrand, wie sich Natur – vor allem im Stadtraum und in Brachen – ihren Platz (zurück) erobert, dass in Pflanzen auch Persönlichkeiten stecken. Bei den Beiträgen zu den Challenges haben mich besonders die begeistert, die sich auch mit dem Kunstaspekt beschäftigt haben, sei es durch besonders kunstvolle Fotografie, dass die Themen gebrochen oder auf eine Metaebene gepackt wurden, oder dass mit den Pflanzen selber kreativ gearbeitet wurde.

Ankes Fazit

Ich habe meine Liebe zur Natur noch einmal neu entdeckt. Wenn man mit Sammler:innen-Augen durch die Welt geht, dann entdeckt man an jeder Ecke neue und wirklich überraschende Dinge. Diese Farben (ich konnte nicht aufhören, die blauen und lilafarbenen Blumen auf unserer Wanderung in den Alpen fotografieren), diese Vielfalt der Formen. Die Ausstellung hat so viele Wege künstlerischer Auseinandersetzung mit der Natur aufgetan, so dass ich ständig beim draußen sein daran erinnert werde. Die Handreichungen sind aus all dem entstanden und wir waren extrem glücklich zu sehen, dass wir nur diesen kleinen Impuls geben mussten, der sofort aufgegriffen und umgesetzt wurde. Ein Funke, der sofort ins Netz übergesprungen ist. Das macht sehr glücklich!

Wibkes Fazit

Verbundenheit mit der Natur und die Entfremdung des Menschen von der Natur sind Themen, die mich seit längerem beschäftigen. Die erneute Annäherung an die Natur und die Welt, die mich umgibt, lud jeden Gang nach draußen schon beinahe spirituell auf. Meine Sinne wurden neu aufgeladen und das unscheinbarste Kraut am Straßenrand oder die Formen der verschiedenen Pflanzen sprangen mich regelrecht an. Darin kann man sich regelrecht verlieren. Die Aufarbeitung für die digitalen Räume klärte dann wieder und im Ansehen dessen, was man gerade noch in Händen hielt oder betrachtete, erzeugte eine Brechung und inmitten der Nachrichten, Kleinstreitereien und großen Ereignisse in Social Media fand ich die Schönheit und Bedrohtheit der Natur erneut. Mitzuerleben, wie sich um die Challenges und #JetztKunstPflanzen eine digitale  Gemeinschaft fand, die mit wachen Blicken und inspirierender Kreativität dem Kunstvollen in der Natur nachspürte und ihre Funde miteinander teilte, erfüllte mich mit innerem Frieden und Aufbruchstimmung zugleich. Die Frage, der Ausstellung, was es wert sei, bewahrt zu werden – einige Antworten lassen sich in den Beiträgen zur Aktion finden.

Mich hat tief berührt, dann vor Ort in der Ausstellung vieles aus unseren Challenges und den Beiträgen zu #JetztKunstPflanzen in den Werken aus fünf Jahrhunderten und ganz unterschiedlichen Künstler*innen zu entdecken. Wir kannten zwar den Katalog, als wir uns die Anregungen überlegt hatten. Aber die Verbindungen zu sehen und ihnen nachzuspüren, war eindrücklich.

Und zum Schluss

Wir haben tatsächlich alle drei, unabhängig voneinander, die Ausstellung besucht. Lest gerne auch unsere Blogposts dazu: Von Anke | Kulturtussi, von Wibke | sinnundverstand und von Ute | frauVogel.

Die Ausstellung Inventing Nature läuft noch bis zum 31. Oktober 2010. Die Kunsthalle wird wie erwähnt im Anschluss für längere Zeit schließen. An dieser Stelle weisen wir gern auf die vielfältigen digitalen Aktivitäten hin.

Tranpsarenzhinweis: Diese Social-Media-Aktion entstand im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Wir erhielten ein Honorar hierfür und bedanken uns herzlich für diese schöne Kooperation.

 

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2 thoughts on “Jetzt Kunst Pflanzen. Interaktions-Impulse zu Inventing Nature der Kunsthalle Karlsruhe
  1. Das war eine wundervolle Aktion – herzlichsten Dank von unserer Seite für diese wieder so gelungene Zusammenarbeit!
    Wir waren und sind unglaublich beeindruckt von der Vielfalt und Bandbreite der Perspektiven, die in der Community zusammenkamen – wirklich großartig!
    Alles Liebe aus Karlsruhe
    Tabea

    1. Liebe Tabea, die Freude war ganz unsererseits. Und noch einmal Glückwunsch zu dieser wirklich fantastischen Ausstellung, die wir so schnell nicht vergessen werden.
      Herzliche Grüße aus dem Rheinland
      Anke

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