Kollektiv

Es muss 2010 gewesen sein, als wir uns bei Twitter für ein Treffen beim Kulturtwittwoch verabredeten. Das war eine Art Stammtisch für Menschen aus der Kultur und an deren Schnittstellen, die sich mit dem Thema Web 2.0* beschäftigten, ins Leben gerufen von Anke von Heyl.

Und so lernten wir uns auch jenseits des Bildschirms kennen: Anke von Heyl, Ute Vogel und Wibke Ladwig.  Inspiriert durch die stARTconference und das erste stARTcamp in Essen fassten wir den Entschluss, ein Barcamp für Kunst, Kultur und Web 2.0 miteinander in Köln zu veranstalten. Wir vernetzten uns enger mit dem stARTkosmos, den Veranstalter:innen der stARTconference, die im deutschsprachigen Raum die erste Konferenz zur Nutzung von Social Media in der Kulturkommunikation war. Wibke traf sich auf der re:publica 2011 unter anderem mit Frank Tentler und Harald Link und unser Plan nahm Gestalt an.

Mit der Karl-Rahner-Akademie in Köln fanden wir einen für uns geeigneten Veranstaltungsort und einen Termin. Die Barcamp-erfahrene Ute sorgte dafür, dass das erste stARTcamp Köln auch ein ordentliches Barcamp wurde: Kostenfrei, mit Vorstellungsrunde, Sessionplanung, genügend Slots für Sessions und Abschlussrunde.

Doch wie sollten wir uns kennzeichnen oder vielmehr nennen? Damals kannten wir die meisten Teilnehmer:innen maximal digital. Brauchen wir Armbinden mit ORGA darauf? Team? Hilfe? SOS? All das verwarfen wir und hatten mit genauerem Blick auf den Ort eine Eingebung, die für uns wegweisend sein sollte: Im Inneren der Karl-Rahner-Akademie dominiert Rotbuche. Zusammen mit den wunderschönen Buntglasscheiben im großen Saal vermittelte sich in dem Bau aus dem Jahre 1956 eine gewisse Jugendherbergs-Atmosphäre. Jugendherberge, Hagebuttentee, Herbergseltern … Herbergsmütter!

Der Name war gefunden. Und ein Wappentier war gefunden: Die Hagebutte. Manchmal taucht auch der Fliegenpilz auf. Unser Vize-Wappentier.

Die Herbergsmütter. Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, wie richtig wir mit dem Namen liegen, denn das Gastfreundliche und Sorgende schwingt in all unserem Tun mit. Und so müttern wir seit 2011 miteinander und finden es ganz wunderbar!

*Web 2.0: So nannte man das damals noch. Irgendwann benutzte man statt Web 2.0 den Namen Social Media oder Social Web, auch wenn es nur bedingt Synonyme sind.

 

Ute Vogel

Ute Vogel, Diplom-Designerin, konzeptioniert und produziert seit 1992 digitale und analoge Design-Projekte, engagierte sich bei der art 2.0 und ministeckiade. Seit 2006 bewegt sie sich als frau Vogel im Netz, im Blog, auf Twitter und bei Instagram. Sie hat als Autorin für WDR 3 Instagram Storys und Radiobeiträge zu Kunstausstellungen gemacht. Sie spielt Theater in einem freien Produzentenensemble.

 

 

 

Anke von Heyl, Kunsthistorikerin, Museumspädagogin und Autorin, arbeitet als selbständige Kunstvermittlerin. Ist seit 2006 die Kulturtussi im Netz – damals mit einem Kulturblog, das sie bis heute bestückt, aber dann auch auf Twitter und im Moment sehr gerne auf Instagram. Facebook. Im Moment liegt ihr Schwerpunkt im Bereich der Fortbildung  und Moderation im Digitalen. Sie ist Spezialistin für partizipative Methoden und Vermittlungsstrategien und arbeitet u.A. als Beraterin in Kulturentwicklungsplanungen.

 

 

 

Wibke Ladwig, Buchhändlerin und Autorin, arbeitet als Social Web Rangerin. War eine der ersten Online-Managerinnen in Verlagen. Seit 2010 ist sie selbstständig als Beraterin und Coachin für digitale Kommunikation und Storytelling. Sie entwickelt insbesondere mit öffentlichen Bibliotheken und unabhängigen Buchhandlungen Strategien und Geschichten, um digitale und nicht-digitale Räume miteinander zu verbinden, und begleitet Autor*innen bei der Besiedelung von Digitalien. Moderiert das #Blogsofa. Podcastet im Veedelspodcast Agnes trifft. Geht ins Heimbüro. Kocht in der #Heimbürokantine. Sammelt skurrile Kleinanzeigen in #printtwitter. Vermehrt Fahrradbotschafterin. Im Netz als @sinnundverstand unterwegs in Twitter, Instagram und Facebook.