Internationaler Museumstag – eine Heldenreise

Gemeinsam mit dem Museumsdienst Köln begaben sich die Herbergsmütter auf eine spannende Reise. Wir riefen im Rahmen des Internationalen Museumstages zu einem Tweetup auf, der sich über drei verschiedene Stationen des Kölner Museumsfestes bewegte. Damit wurden wir Teil einer deutschlandweiten Aktion, die es so noch nie gegeben hat. Und mit unserem außergewöhnlichen Themen-Mix von „Memento mori“ über „Kitsch“ bis hin zur Heldenreise mit den Alten Meistern haben wir gestern spannende Erfahrungen machen dürfen!

Da wir in der Herbergsmütter-Polonaise auf unseren bewährten Einsatz kreativer Methoden gesetzt haben, sei eine kleine Spielerei erlaubt. Hier unserer Tweetup-Erlebnis anhand der 12 Stationen einer sogenannten Heldenreise:

Die gewohnte Welt

Wibke Ladwig mit dem Herbergsmütter-Guide Schirm vor dem Museum Schnütgen
Sammeln, bewahren, forschen und ausstellen! Das ist die Aufgabe der Museen. Und den Erhalt der Objekte für die kommenden Generationen garantieren. Diese wichtige Aufgabe kann aber auch schon mal anstrengend und schwierig sein. Vor allem in den Zeiten leerer Kassen.

Der Ruf des Abenteuers

Es tritt etwas in den Alltag der Museen ein, das sich „digitaler Wandel der Gesellschaft“ nennt. Das klingt alles sehr aufregend. Es ist davon die Rede, dass sich der Museumsraum in den digitalen Raum hin erweitern könnte. Es wird von der Chance gesprochen, neue Besucher zu erreichen. Vor allem die jungen. Irgendwer wirft auch das Argument „Dialog“ ein.

Die Weigerung

Es klingt verlockend. Aber was ist, wenn man es nicht kontrollieren kann? Was ist mit Kommentaren, die ein falsches Bild bieten? Oder vielleicht gibt es auch dumme Bemerkungen? Außerdem ist da die Angst, dass einem die Inhalte für immer entrissen werden.

Begegnung mit dem Mentor

Es braucht bei jeder Heldenreise jemanden, der die Sache in die Hand nimmt. Der Rat gibt und Mut, es doch zu versuchen. Das war im Falle des Internationalen Museumstages eine Gruppe von Mentoren, nämlich die wunderbaren Kulturkonsorten. Sie haben sich im Auftrag des Deutschen Museumsbundes zur Aufgabe gemacht, die nötige Motivation für alle Museumshelden zu liefern.

Für die Kölner Museen sind die Herbergsmütter an die Stelle der weisen Ratgeber getreten und haben dem Museumsdienst Köln die Hand gereicht, den Schritt in ein neues Format zu wagen.

Die Überschreitung der ersten Schwelle

Mit einer Blogparade wurde auf das Abenteuer eingeschworen. Hier konnte man sich langsam an das Thema annähern.

Bewährungsproben

Von der Einrichtung einer gemeinsamen Facebook-Seite über persönliche Überzeugungs-Gespräche bis hin zu ganz konkreten Tipps, was man für die Tweetups vorbereiten kann, wurde das Netzwerk der beteiligten Museen immer größer gesponnen. Erste Überlegungen zu inhaltlichen Verschränkungen machten die Runde und man rüstete sich für das Eintreten in eine neue Erlebniswelt. So fanden sich Verbündete und Freunde. Von den Schlössern Hessens trat der Impuls Romantik an unsere Seite oder der große Held Alexander kam aus Rosenheim mit auf die Reise. Die hier gewonnenen Verbündeten werden uns sicher auch noch lange begleiten!

Vordringen zur tiefsten Höhle

Das "Starren" auf die Smartphones

Der Held kann sich erst wirklich bewähren, wenn er sich sämtlichen Fallstricken auf seiner Reise stellt. Das mangelnde Interesse der klassischen Medien am digitalen Wandel auch und vor allem in der Kultur ist so eine Bewährungsprobe. Hier gilt es, sich verstärkt zu engagieren und zu zeigen, dass es eben nicht darum geht, auf Smartphones zu „starren“ – eine allzu eilfertig von vielen Print-Berichten übernommene Stereotype, welcher es entgegenzutreten gilt. Verstellt sie doch vehement den Blick auf das, was wirklich dahinter steckt, wenn geschrieben, gelesen und weitergesagt wird! Man holt sich hier nämlich die Kultur auf die Hand!!

Die entscheidende Prüfung

Na ja, zugegebener Maßen war es nicht wirklich dramatisch. Es ging nicht um Leben und Tod. Aber wenn wir es mit dem entscheidenden Wendepunkt in der klassischen Heldenreise vergleichen wollen, dann ging es doch um ein entscheidendes Moment. Verhandelt wird, ob die Museen auch in zukünftigen Generationen noch eine Rolle spielen. Ob sie Teil sind eines gesellschaftlichen Diskurses, der eben auch in den unterschiedlichen sozialen Netzwerken stattfindet. Wir hatten in unserer Tweetup-Gruppe einen digital Native dabei und es war faszinierend, zu sehen, was es bei dem Grundschüler auslöste, sich so integriert und ernst genommen zu sehen.

Die Belohnung oder die Ergreifung des Schwertes

An dieser Station wird meistens ein Schwert oder ein besonderer Schatz gehoben, der für die gesamte Geschichte von zentraler Bedeutung sein kann. In unserem Falle war das Schwert eine Erkenntnis, die wir gewonnen haben. Das Tweetup ist gerade in Verbindung mit der Möglichkeit zum Live-Kuratieren besonders wertvoll. Durch Impulse, die wir durch verschiedene Aufgaben gegeben haben, entstand eine faszinierende Verknüpfung von Sprache und Bildern, die sich mit dem Foto-Wettbewerb auch zu einer visuellen Schulung entwickelte.

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Der Rückweg

Die Bedeutung dieses deutschlandweit größten Museums-Tweetups wird allen Beteiligten sicher erst in den nächsten Tagen so richtig bewusst werden. Denn zu der eigentlichen Aktion gehört die Dokumentation! In den vielen Blogbeiträgen und Zusammenfassungen wird noch viel Größeres entstehen! Bereits der heute Morgen vorliegende Post von Christian Spließ hat das deutlich gemacht. Wir tragen mit unserer Zusammenfassung gerne dazu bei.

Auferstehung

Der Held hat bestanden. Jetzt ist er der Sieger. Und der Held weiß Bescheid. Er trägt seine Erkenntnis in seine gewohnte Welt. Zwei O-Töne aus unserer Veranstaltung zeigen, wie die Erfahrung weiterwirken wird. „Ich gehe ja sonst eher in moderne Ausstellungen und wäre nie auf die Idee gekommen, mal ins Museum Schnütgen zu gehen. Ich komme wieder!“ „Ich wollte schon immer mal ins Käthe-Kollwitz-Museum, aber irgendwie passte es nie.“

Triumphale Rückkehr

Wir in Köln hier mit über 700 Tweets sind überglücklich! Die Bedeutung des Abenteuers Tweetup für die Museen macht vor allem diese Grafik hier deutlich.
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