Liebe, Geschichten und Hi-ha-ho: Budenzauber beim stARTcamp München #scmuc

Mit Liedern vom Leben, Lieben und Laufen der entzückenden Hasemanns Töchter ging’s am vergangenen Samstag los, das stARTcamp München!

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Die einzigartige Atmosphäre hat Petra von der Internationalen Jugendbibliothek eingefangen: Der Mensch macht das Social Web. So ist es! Der intensive Austausch, das aufgeschlossene Miteinander und ein offenes Teilen von Wissen machen Barcamps so besonders und empfehlenswert. Deshalb ist es immer wieder schön, dass sich neben den Wiederholungstätern auch immer wieder “Erstlinge” einfinden und flott eingebunden werden. Welten, Kulturen und Menschen miteinander zu verbinden und das Internet kreativ für die Kulturvermittlung zu nutzen, ist das ernsthafte Anliegen hinter der heiteren und mitunter sehr lustigen Stimmung auf den stARTcamps.

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Papperlapapp: Barcamp steht auch für Experimentierfreude!

Unter diesem Zeichen stand auch unsere Session: Budenzauber mit den Herbergsmüttern – Ideen finden fürs Social Web. Wir hatten im Vorbereitungseifer kurzerhand die Pläne, die wir für die Session auf der re:publica hatten, beiseite geschoben. Eine Session oder vielmehr ein Vortrag in einem großen Rahmen wie bei der re:publica in Berlin ist einfach nicht vergleichbar mit einer Session im vertrauten und familiäreren Rahmen des stARTcamps.

Ein Barcamp läd ein zum Experimentieren!

Wir haben die Chance beim Wickel genommen, um mit mutigen (oder leichtsinnigen?) Probanden einige Kreativmethoden auszuprobieren. Alles unserem Anliegen verpflichtet, die Menschen zu ermutigen und zu ermächtigen, Geschichten zu erzählen und dafür einen eigenen Ausdruck zu finden. Denn wir reden viel über Technologien, Plattformen und Tools. Aber ohne Geschichten sind sie nur halb soviel wert. Nur: Wie findet man Ideen für Geschichten? Und wie ist noch gleich eine Geschichte aufgebaut? Und wie fasst man Mut, eine Geschichte zu erzählen? Was ist dafür nötig?

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Es geht auch um Vernetzung, die Schärfung der Wahrnehmung und ein Bewusstsein für sich selbst, um im flott dahin stürmenden Fluß der Echtzeit-Kommunikation nicht unterzugehen.

Der Frankenstein-Moment

Wir begannen mit einer Geschichte: Sie beginnt mit einem Liebesbrief von Franzi … Das Liebesdramolett zwischen Franzi, ihrem langjährigen Lover “Dirk” und dem Verehrer “René” haben wir mit unseren jüngst geklöppelten Sockenpuppen nachgespielt – und gleich vier Menschen erkannten auf Anhieb, worauf sich unser Dramolett bezog.

Foto: Marc Geggart Nikoleit

Foto: Marc Geggart Nikoleit

Es geht uns um die Lust am Erzählen, am Spielifizieren von durchaus ernsthaften Anliegen und den “Frankenstein-Moment”: Indem zwei Dinge, die zunächst mal nichts miteinander zu tun haben, zusammengefügt werden, kann der Funke der Beseelung entstehen. Das nachgespielte Kundengespräch war eines der meist beachteten Social Media-Ereignisse der letzten Monate.

Vertrautes und Schätze des kollektiven Bewusstseins

Wer auf Bekanntes zurückgreift, erleichtert sich das Erzählen von Geschichten. Vorausgesetzt, man macht sich bewusst, wofür das Herz der eigenen Community schlägt – und wieviel Interpretationsspielraum man hat. Ob Brief, Märchen, Kurzgeschichte, Satire, Roman, Bedienungsanleitung, Bildergeschichte, TV-Serie, Filme oder Songtexte: Gerade in der Kultur hat man gute Chancen, die Menschen mit Zitaten oder neu interpretierten Szenen aus Klassikern zu elektrisieren.

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Aber wie ging das noch gleich mit dem Erzählen? Wer sich bei vielen Unternehmen und Institutionen umsieht, bemerkt, dass nicht mehr jeder auf dem Schirm hat. Wir haben da was beim Sofatutor gefunden (Laufzeit 3 Min.):

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Auf der Suche nach Inspiration? Üben!

Geschichten schön und gut – aber was ist, wenn man einfach nicht weiterkommt? Die Worte fehlen? Der zündende Funke? Sie besucht uns gern unter der Dusche oder auf dem Rad, sie schätzt die ungelegensten Momente. ausgerechnet in der Alltagsrödelei ist die Muse aber eher selten zu Gast. Um sie zu locken, helfen einfache Kreativmethoden wie etwa diese hier: “Schenkst Du mir ein Wort?

Wir haben unseren Teilnehmern die Aufgabe gestellt, sich gegenseitig um ein Wort zu bitten und mit fünf Wörtern eine kleine Geschichte in einem Tweet niederzuschreiben.

Das waren einige der Tweets (wer seine Geschichten noch hütet und sei es als Foto: bitte her damit!):


Hi! Ha! Ho! Einen tanzenden Stern gebären!

Zum Abschluß hieß es: Nehmt Aufstellung in einem großen Kreis! Mit einer Methode aus dem Theater wurde es laut und lustig. Geräusche und Handbewegungen wurden schnell von Mensch zu Mensch weitergeben. Sämtliche Regeln wurden gebrochen. Am Ende spielten wir ungefähr vier Spiele gleichzeitig. Claudia, eine der Teilnehmerinnen, meinte zum Schluß: “Das ist ja wie bei Twitter!” Stimmt :D. Es war laut, es war verstörend, es war lustig. Und vor allem war es sehr kreativ. Alle achteten aufeinander – mehr oder weniger.

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Es ging uns um die Schärfung der Wahrnehmung und die Öffnung des Gesichtsfelds. Beides sehr wichtig auch im Social Web. Es ging auch um Vernetzung und das Aufschnappen und Weiterspinnen von dem, was andere teilen. Insofern war das Ergebnis auch für uns in bester Weise überraschend.

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Alle, die mitmachten bei unserem Experiment: Tausend Dank!

Und ein großes Dankeschön an die Kulturkonsorten für Gastfreundschaft, Herzlichkeit und beste Orga des stARTcamp München. Wir kommen wieder ;-). Und auf der re:publia sehen wir uns wieder, dann rocken wir am 12. Mai tweetuppend den Internationalen Museumstag. Wir freuen uns über die Achse München-Köln!

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P.S. Achtung! Barcamps gefährden (nicht nur) Museumsmenschen