stARTcamp Wien – Reisebericht

Mit dem Flugzeug zum stARTcamp reisen – das hätte ich mir auch nicht träumen lassen! Es gibt doch so viele stARTcamps bei uns. Auch vor der Haustür (leider rief beim letzten Kölner der Job). Aber natürlich lockte Wien. Und ich hab noch einen Tag Sightseeing mit dem Mann drangehangen. Und meiner Wahrnehmung nach schien das Wiener stARTcamp immer eine große Teilnahme der Museen geprägt. Das wollte ich mir mal genauer ansehen.

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Community

Das Wichtigste überhaupt: sich in der Kohlenstoffwelt treffen. Ein Gesicht mit dem Twitter-Account verbinden. Gemeinsam lachen, quatschen und diskutieren. Das hat wunderbar funktioniert. Ob am Vorabend beim Schnitzel-Essen oder in großartigster Laune zur Nachlese – solche Treffen sind mir die liebsten. Nicht nur, weil man so herrlich viel gelacht hat. Sondern weil man immer wieder mit neuen Ideen und Anregungen versorgt wird.

Ich mag die Idee, das nächste Mal eine Art World-Café zu nutzen, um das Wissen, die Erfahrungen der vielen Teilnehmer besser einfangen zu können. Das stARTcamp als eine Art Crowdsourcing-Laboratorium. Denn die Anwesenden sind zwar häufig nicht die Entscheider (aber krieg die mal zu einer Unkonferenz ;-)), sie haben aber viel Erfahrung. Wenn auch nicht immer in den Social Media („Twitter find ich oarg.“). Aber sie sind Kultur-Professionals. Und kennen sich aus mit den Anforderungen, denen man sich hier in Zukunft stellen muss. Also: ran an den Speck.

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Meine Session-Teilnehmer müssen immer arbeiten 🙂

Wiener Gastgeber

Übrigens, auch wenn alle immer Schmunzeln – ich finde das mit dem Essen so wichtig. Und muss an dieser Stelle doch das Catering vom stARTcamp Wien sehr loben. Es gab ein tolles Mittagessen, das ich gestern sogar nachgekocht habe. Bulgur-Quinoa mit Süßkartoffeln-Zucchini-Ragout. Lecker!!!!! Und einen guten Kaffee dazu.

Christian sagte bei der Begrüßung, dass das stARTcamp das sei, was wir draus machen. Wahre Worte! Für das Machen den passenden Boden zu bereiten, lecker Essen parat halten, damit das Denken gut funktioniert. Das ist die Aufgabe der stARTcamp-Ausrichter. Wenn dazu dann die Location noch ihr übriges tut – wie schön, wie bereichernd.

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Impressionen aus dem MAK Wien

Das MAK ist ein tolles Haus. Mein Lieblingsraum: definitiv das Kaminzimmer. Herrlich. Und dann knarzt es so schön hier und da. Ganz fasziniert war ich auch von der Sagmeister-Ausstellung, die man beim Räume-Wechseln immer so mit halbem Auge mitbekam. Eine Führung abends noch nach dem stARTcamp wäre nicht gegangen? Das hätte ich genial gefunden.

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Im Vordergrund gibt es noch einen Zipfel der Franz-West-Sofen zu sehen!

Ich hatte vorsorglich meine PPT zuhause liegen gelassen (Blogbeitrag zum Thema „Wer liest eigentlich meinen Blog“ mache ich drüben bei der Kulturtussi noch. Einstweilen könnt ihr hier schon mal ein Beitrag von Marija auf In-Arcadia-Ego, in dem sie über meine Session schreibt). Wann lohnen sich Folien schon mal??

 #TheaterimNetz

Doch, die von Marc und Anne zu ihrer gemeinsamen Session fand ich klasse. Denn dort hat man mal im Schnell-Durchlauf den Status Quo der Theater im Netz gesehen. Und natürlich wurde der Finger auf die Wunde gelegt! Denn es könnte besser laufen. Das unterschrieben auch die anwesenden Theater-Leute. Ja, die Ressourcenfrage. Darauf kommt man im Verlaufe der Diskussion immer sehr schnell. Was kann denn jenseits davon sein? Marc fragte sich, wie man das Thema von der künstlerischen Seite her anpacken kann. Spannende Perspektive, in der es sicher lohnt, Beispiele wie „Effie Briest 2.0“ oder #dieshowdo zu besprechen. Was war gut, was hätte man anders gemacht.

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Marc Lippuner mit den Folien!

Auf der anderen Seite muss man auch darüber nachdenken, wie Theater mit den Erwartungen des Publikums im Netz umgehen sollen/wollen/können. Wie reagiert man auf böse negative Kritiken, die auf Blogs, Twitter oder Facebook veröffentlicht werden? Muss man sich kümmern, wenn zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn jemand twittert, ob es noch Karten gäbe? Ich glaube es gibt eine Menge Fallbeispiele, anhand derer man sich Gedanken über die jeweilige Rolle machen könnte. Fazit auch hier: der Dialog ist nicht ganz einfach, aber die Einbahnstraßen-Kommunikation kann es auch nicht sein. Und 45 Minuten sind ganz sicher zu kurz, um sich da tiefer einzudenken! Deswegen: Blobparade!!!

Noch bis Ende Januar läuft eine Blogparade, zu der die Kulturfritzen aufgerufen haben. Das ist ein Angebot, das Thema noch auszubreiten und eigene Meinungen dazu zu veröffentlichen. Das empfehlen wir an dieser Stelle ausdrücklich!!!

Fazit

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Die Munch-Ausstellung im Albertina-Museum hat nachhaltig beeindruckt. Ich bin großer Fan!

Es war zu kurz. Aber ein zweiter Tag stARTcamp ist auch nicht die Lösung 🙂
Es gab aber viele Begegnungen und Gedankenanstöße, die ich mitnehme und gerne weiterdenken will. Eine schöne Anregung war das Thema „Podcasting“, das Ines Häufler aufgebracht hat. Und ich sehe jetzt schon, dass ich so Vieles verpasst habe. Super, wenn es möglichst viele Blogbeiträge gibt, die mir noch ein wenig Futter liefern.Christian und Christian haben schon welche verfasst.

Ganz tolle Bilder hat übrigens Karola Riegler gemacht! Mich hat sie auch ein paar Mal in Fuchtel-Aktion erwischt 🙂