Die Kunst des Putzens − Putzen als Kunst #kunstputz

Unsere Passion ist der Perspektivwechsel. Das Leben wird gleich nochmal aufregender und knallbunter, wenn man sich von den vermeintlichen Banalitäten des Alltags immer wieder neu faszinieren lässt. Nicht selbstverständlich nehmen, Gewohntes hinterfragen − das ist eine wesentliche Aufgabe (oder Eigenart?) von Kunst.

Nebenbei, wofür war Kunst nochmal gut?

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Gut, also. Die Idee für Kunstputz ist eine dieser Ideen, die aus dem Nichts zu kommen scheinen. Man sieht etwas (in diesem Fall einen Artikel über die Wollmaus-Fotos von Klaus Pichler), klatscht in die Hände − und schwupp, gibt es einen Termin für einen Tag, an dem gemeinsam geputzt wird. So zumindest der Grundgedanke. Wie bei dieser Sorte von Ideen üblich, verselbständigte sich die Angelegenheit. Der kreative Geist der Herbergsmütter kam über den Staub … Weiterlesen

So werdet Ihr zum Staubscout! Eine Anleitung für #kunstputz

Am 21. März 2015 ist es soweit: wir erklären Putzen zu Kunst und machen aus Wollmäusen wertvolles Archivmaterial.

So könnt Ihr mitmachen:

1. Macht ein Foto oder ein Video von Eurem Staub, Euren Wollmäusen oder Euren Putzutensilien. Oder von Euch beim Putzen!

Serviervorschlag: Anke beim #kunstputz

2. Postet dieses Foto oder Video mit dem Hashtag #kunstputz bei Twitter, Instagram oder Vine. Wenn Ihr bloggt oder youtubet, gebt uns Bescheid und benutzt bitte auch den Hashtag. Da Hashtags bei Facebook nicht verläßlich funktionieren, markiert uns oder eine von uns bitte, damit wir Eure (öffentlichen) Beiträge finden. Wir sammeln alle öffentlichen Beiträge nach dem Wochenende ein und erstellen eine Dokumentation.

(Serviervorschlag: Ute macht #kunstputz)

3. Wenn Ihr in Köln seid, habt Ihr die seltene Gelegenheit zu einer Staubführung mit dem Leiter des Deutschen Staubarchivs, Wolfgang Stöcker. Samstag, den 21.3. um 15 Uhr, Anmeldung erbeten (per Mail, per Twitter oder auf Facebook), Kostenbeitrag 5€.

4. Wenn Ihr Teil einer Kulturinstitution, Kulturarbeiter oder Künstler seid, könnt Ihr Eure Wollmäuse der Sammlung der weltweit gesammelten Stäube hinzuzufügen. Übrigens nicht nur die Stäube vom 21. März, sondern durchaus auch künftige Stäube.

»Der Staub ist ein schönes Sammelobjekt, es ist nutzlos«, sagte Wolfgang Stöcker vom Deutschen Staubarchiv im Interview mit Herbergsmutter Ute. »Über den Staub kann man wunderbar in eine Kulturdiskussion einsteigen. Kurz: Was machen wir sauber? Was nicht? Was schätzen wir wert? Was nicht?« Weiterlesen

#kunstputz mit dem Deutschen Staubarchiv

Am 21. März begeben wir uns mit dem Deutschen Staubarchiv auf eine Staubführung in Köln. Ute hat das Deutsch Staubarchiv vorab besucht und mit dem Initiator und Gründer Wolfgang Stöcker ein anregendes Gespräch über Staub geführt.

Wann hast Du das Deutsche Staubarchiv gegründet und wie kam es dazu?
2004 ging es los, die erste Probe stammt aus dem Dom von Köln. Wie es dazu kam? Nun, ein Sammler war ich schon immer. Ich hatte auch schon einmal den Gedanken gefasst, eine Spinnwebensammlung zu eröffnen. Dazu ist es nie gekommen. Sehr inspiriert hat mich die Sammelleidenschaft meiner Großmutter! Sie sammelte unter anderem Zuckerklümpchen! Zudem studierte ich Geschichte und habe so eine Verbindung zu Archiven.
Der Staub ist ein schönes Sammelobjekt, es ist nutzlos. Die Kombination mit „bedeutenden“ Bauten, das hat mich fasziniert, der Reiz zwischen Bedeutung und Bedeutungslosigkeit. Über den Staub kann man wunderbar in eine Kulturdiskussion einsteigen. Kurz: Was machen wir sauber? Was nicht? Was schätzen wir wert? Was nicht?

Wolfgang Stöcker | Deutsches Staubarchiv

Wolfgang Stöcker | Deutsches Staubarchiv

Was ist der aktuellste Staub im Archiv?
Das war Staub aus dem Geburtshaus von Wilhelm Busch, der ist vor ungefähr zehn Tagen gekommen.  Etwas vorher habe ich Staub vom Uluru (Ayers Rock) bekommen. Er ist für die Aborigines ein heiliger Berg und der Staub wurde unten, in seiner Nähe gesammelt.

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Aktionen zum #kunstputz am 21. März 2015

Domschatzkammer Köln

Foto: Elke Wetzig

Der 21. März wurde von uns zum Tag des #kunstputz deklariert. Wir werden mit Wolfgang Stöcker, Gründer und Initiator des Deutschen Staubarchivs eine Staubführung in Köln machen. Wir treffen uns um 15 Uhr an der goldenene Stele der Domschatzkammer (Nordseite des Doms)

Ergründen wir den neuesten Kölner Baustellenkosmos! Wir werden Stellen von Mikroerosion ansteuern und dem Staub näher kommen. Philosophie der Baustelle, Schönheit der Baustelle, Archäologie des Straßenpflasters und neue Trends im Kölner Stadtbild! Es lebe die Schönheit!

Die Teilnahme kostet 5 EUR, die vor Ort zu entrichten sind. Bitte meldet Euch an – per Mail, per Twitter oder auf Facebook –  damit wir ungefähr wissen, wie groß die Putzkolonne wird.
(Fall es in Strömen regnen sollte, geben wir rechtzeitig eine Alternative bekannt)

Ein Interview mit Wolfgang Stöcker haben wir hier geführt.

Seit dem 1.3. führen wir eine #kunstputzplaylist auf Facebook und Twitter, die wir hier fortlaufend weiterführen. Beteiligt Euch gerne!

Ausserdem möchten wir wissen wie Eurer Kunstputz aussieht. Schickt uns Bilder, Texte, Links und taggt mit #kunstputz. Lasst uns am 21. März ordentlich Staub aufwirbeln.

 

Der Putzeimer in der Kunst

pieterdehoochBesen

Ein nachlässig hingeworfenes Tuch, dahinter ein schräg gestellter Besen. Gegenüber ein hölzerner Putzeimer. Wer im Wallraf-Richartz-Museum vor dem Bild „Ein Paar mit einem Papagei“ (Pieter de Hooch) steht, wird automatisch zum Voyeur. In einem Zimmer spielen sich reichlich anzügliche Geschichten ab. Wer einigermaßen bewandert im Volksmund ist, der kapiert das sofort. Denn „über den Besen verheiratet sein“ bedeutet: eine Affäre haben. Der aufgerichtete Besen – man kann in ihm auch ein Phallus-Symbol erkennen.

Im Rahmen unserer #kunstputz Aktion haben wir unseren Radar auf alles eingestellt, was mit Putzen, Putzutensilien, Reinigen, Staub im weitesten Sinne zu tun hat. Selbstverständlich schauten wir auch in der Kunst nach. Spontan fällt ja jedem dazu die legendäre Fettecke ein oder die Beuyssche Badewanne, die eine eifrige Putzfrau sauber schrubbte. Aber wie ist das mit dem Motiv Putzen? Ist das relevant in der Kunst?

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Wir stauben ab! Mit #kunstputz in den Frühling

Staub! Die einen frönen ihrem Putzfimmel und lassen kein Stäubchen auf dem anderen. Die anderen züchten geduldig bizarre Wollmäuse und leben in friedlicher Koexistenz mit Staub. Doch ob Schmutzfink oder Putzteufel: der Frühjahrsputz eint sie alle. Wenn die muntere Frühlingssonne das Dunkel des Winters vertreibt oder sich Mutter zum Osterbesuch anmeldet, offenbaren sich erbarmungslos verstaubte, verschmutzte oder schlierige Stellen.

Das Leben ist kein Staubschlecken!

Was wir mehr oder weniger regelmäßig wegputzen, sind die Spuren unseres Lebens. Jeder Schmutz, jeder Staub ist anders. Wenn man mal näher hinschaut, öffnet sich ein faszinierendes Universum. Ihr wisst schon, diese Sache mit dem Perspektivwechsel. Wir nähern uns putzend dem Phänomen Staub an und laden Euch ein, Last und Freud des Frühjahrsputzes mit uns beim #kunstputz zu teilen!

2015-02-21 11.43.02

 Die Kunst des Putzens − Putzen als Kunst #kunstputz

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